Polymyalgia rheumatica

1. Kriterien zur Diagnosestellung
  • Einschlusskriterien:
    • Alter > 50a
    • Beschwerdendauer > 2 Wochen
    • Beidseitiger Schulter- oder Hüftgürtelschmerz oder beides
    • Gefühl der Morgensteifigkeit > 45min
  • Ausschlusskriterien:
    • aktive Infektionskrankheit
    • aktive Krebskrankheit
    • Riesenzellarteriitis
  • Vorerkrankungen, die die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer PMR mindern:
    • entzündlich-rheumatische Erkrankung
    • chronisches Schmerzsyndtom
    • endokrine Erkrankungen
    • neurologische Erkrankungen, z.B. M. Parkinson
2. Laboranalytik vor Steroidtherapie
  • BB + Diff-BB
  • BKS (Sturzsenkung)
  • Krea, HStff, Elyte
  • Transaminasen, GGT
  • E-Elektrophorese
  • TSH
  • CK
  • RF, ANA (evtl. Anti-CCP)
  • U-Status
3. Testdosis
  • Therapieversuch mit standardisierter Steroiddosis (15mg Prednisolon tgl.)
  • Bewertung:
    • subjektive deutliche Besserung innerhalb einer Woche spricht für PMR
    • Normalisierung der E-Werte innerhalb vier Wochen nach Beginn (schlechteres Ansprechen sollte Differentialdiagnosen suchen lassen)
4. Therapieschema
  • Dosisschema:
    • Beginn: Prednisolon 15mg 1-0-0 für 3 Wochen
    • dann Prednisolon 12,5mg für 3 Wochen
    • dann Prednisolon 10mg für 6 Wochen
    • Reduktion um 1mg alle 4-8 Wochen (auch alternierende Gabe von 2 Dosen möglich, z.B. 10/7,5mg umtägig)
5. Therapieüberwachung/Kontrollen
  • Kontrollintervalle:
    • Wochen 1-3,6 in den ersten Monaten
    • Monat 3,6,9,12 im ersten Jahr
  • Klinik:
    • proximale Schmerzen, Müdigkeit, Morgensteifigkeit
    • steroidinduzierte Nebenwirkungen
  • Labor:
    • BB + Diff, BKS, CRP, Elyte, Nü-Bz
6. Therapiedauer
  • i.d.R. 1-2 Jahre (wenige Pat. benötigen dennoch dauerhaft niedrige Steroiddosen)
  • Steroide können ausgesetzt werden wenn der Patient beschwerdefrei ist
  • Isolierte BKS- oder CRP-Erhöhung ist keine Indikation für die Fortführung der Therapie, sollte aber nochmals eine Re-Evaluation implizieren.
Quelle: Leitlinien der Britischen Rheumatologie-Fachgesellschaften. Rheumatology 2010 49(1):186-190; doi:10.1093/rheumatology/kep303a
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