Ab in den Urlaub – wir sind dann mal weg!

sommerurlaubAuch wir brauchen mal eine Verschnaufpause. Entsprechend bleibt unsere Praxis vom 8.8.2016 bis
zum 19.8.2016 geschlossen.
In dringenden medizinischen Notfällen nehmen Sie bitte mit einem/einer unserer vertretenden Kollegen/innen Kontakt auf:

  • Jörg Hennig
    Seegartenstraße 1, Bad Mergentheim
    Telefon 07931/3515
  • Dr. Heinz-Jürgen Träger (außer 19.8.)
    Oberer Graben 60, Bad Mergentheim
    Telefon 07931/7216
  • Dres. med. M. und S. Lanig
    Goldbachstr. 9, Igersheim
    Telefon 07931/45068

 

nur bis 12.8.2016:

  • Dr. med. Ulrike Knödler
    Oberer Graben 62, Bad Mergentheim
    Telefon 07931/949123

erst ab 12.8.2016:

  • Dr. med. Silke Stahnke
    Möhlerplatz 7, Igersheim
    Telefon 07931/3949

erst ab 15.8.2016:

  • Dipl.-Biol. S. Stüber-Brückner
    Wachbacher Straße 14, Bad Mergentheim
    Telefon 07931/923737

Ab dem 22.8.2016 geht der Praxisbetrieb dann wieder
frisch gestärkt weiter.

Bild: © Rainer Sturm / Pixelio

Blicke auf unsere Stadt – erst schwitzen, dann schlemmen!

Zum Betriebsausflug machte sich das Team der Praxis Dres. Zahn und Köber am 15.7.2016 am späten Vormittag auf. Keine Zugtickets waren gekauft, kein Bus gemietet, noch nicht einmal die eigenen Fahrzeuge waren vonnöten: es wurde gewandert.

Einmal mehr konnte man sich mit teils bis dato völlig unbemerkten Blicken über unsere Stadt und das Umland vertraut machen. Über den Drillberg und das Wolfental sollte uns der Weg wieder ins Tal nach Neunkirchen bringen, um dann gleich wieder den nächsten Hügel, den Wartberg, zu erklimmen. Dort wartete ein Picknick mit Sekt und Schlemmereien schon auf die Wandernden. Selbstredend war ein Aufstieg auf den Wartturm Pflicht, um von dort die ganze Region bei perfektem Wetter überblicken zu können.

Nach dieser Pause folgte dann der zweite Teil: über den Galgenberg fand das Team den Weg zur Burg Neuhaus nach Igersheim, wo der Abstieg über den fast verwunschen wirkenden Waldpfad und unzählige Treppenstufen durch engen Bewuchs folgte. Fast schon erholsam mutete daraufhin der Rückweg über das Taubertal und den Kurpark bis zum Ausgangspunkt an.

Insgesamt 315 überwundene Höhenmeter und 16km Gehstrecke später empfing uns Tobias Fink mit seinem Team von delikat fineCatering für ein exclusives Dinner in sommerlicher Gartenstimmung. Nach einem Sektempfang wurden uns unzählige Tapas von süß bis feurig serviert. Noch bis in die späten Abendstunden erholte man sich so in ausgelassener Atmosphäre im Schein der Feuerschale bei erlesenen Weinen. Resumée: ein anstrengender aber rundum schöner Tag für unser Team.

Betriebsausflug – Praxis am 15.7.2016 geschlossen.

Auch unser Team braucht mal Zeit für sich – wir verbringen einen Tag zusammen und stärken unseren Teamgeist. Entsprechend bleibt unsere Praxis am
Freitag, den 15.7.2016 ganztags geschlossen.

In dringenden medizinischen Notfällen nehmen Sie bitte mit einem/einer
unserer vertretenden Kollegen/Kolleginnen Kontakt auf:

Dr. med. Ulrike Knödler
Oberer Graben 62, Bad Mergentheim
Telefon 07931/949123

Dres. med. M. und S. Lanig
Goldbachstr. 9, Igersheim
Telefon 07931/45068

Dr. med. Rainer Stiel
Wolfgangstraße 19, Bad Mergentheim
Telefon 07931/6127

Dr. med. Susanne Stüber-Brückner
Wachbacher Straße 14, Bad Mergentheim
Telefon 07931/923737

Dr. med. Heinz-Jürgen Träger
Oberer Graben 60, Bad Mergentheim
Telefon 07931/7216

Ab dem 18.7.2016 geht der Praxisbetrieb dann wieder mit neuer Energie aufgefrischt weiter.

Impfmythen Teil 3 – “Herr Doktor, ich möchte eigentlich nicht geimpft werden, weil …”

“… Impfungen das Immunsystem schwächen – Infektionen sind wichtig für das Training unserer Abwehr!”

Der letzte Teilsatz ist natürlich absolut zu unterstützen und kann nur bestätigt werden: Eine gute Immunkompetenz bedarf eines gewissen “Trainings”, um bei der Wortwahl zu bleiben.

Lediglich am Anfang unseres Lebens bekommen wir mittels Übertragung von Abwehrstoffen (Antikörper gegen bestimmte Krankheiten) einen zeitlich auf einige Monate begrenzten Schutz gegen bestimmte Erkrankungen. Dieser Nestschutz (“Leihimmunität”) ist aber davon abhängig, dass die Mutter dem Säugling während der Schwangerschaft über ihre Gebärmutter oder danach über die Muttermilch beim Stillen bereits Antikörper übertragen hat. Somit ist auch hier Voraussetzung, dass sie selbst einmal von den jeweiligen Erkrankungen betroffen war oder eine Impfung dagegen wahrgenommen hat. Der Mensch bekommt quasi ein begrenztes Startkapital an passiver Immunität mit auf den Weg und muss in dieser Zeit eine aktive Abwehr aufbauen.

Die Mutter breitet zu Beginn des Regenschauers mit dem Nestschutz einen großen Schirm über dem Nachwuchs auf, der sich in dieser Zeit dann aber Gummistiefel, Matschhose, Jacke und den Südwester aufsetzen muss, da sie den Schirm nicht ewig halten möchte.

Wir fangen uns eine Infektion ein – was passiert da im Körper?

Vereinfacht dargestellt: Bei einer bakteriellen oder viralen Infektion registriert der Körper zunächst körperfremde Eiweiße des Erregers und er wird von unspezifischen Fresszellen aufgenommen. Diese verdauen quasi den Übeltäter und präsentieren nun einige der Bestandteile unserer Verteidigungsarmee – den Lymphozyten. Diese regeln dann alles weitere: im Idealfall erkennen die Zellen den Übeltäter und fordern ausgebildete Spezialisten zu deren Abwehr nach. Das passiert, sofern der Körper früher bereits Kontakt zum Erreger hatte. Ist dies aber nicht der Fall wird an dieser Stelle zunächst die Produktion von Abwehrzellen (“Killerzellen”) und akuten Abwehrstoffen angekurbelt, mittelfristig auch die von sogenannten “Gedächtniszellen”. Letztere sind in der Lage, bei einem späteren, erneuten Kontakt rasch eine Verteidigungslinie aufzubauen und auch gezielt gegen diesen Erreger wirkende Abwehrstoffe zu produzieren: Der gesamte Abwehrprozess läuft dann rascher und effektiver ab, das Immunsystem hat bereits ein “Training” hinter sich.

Somit ist in der Tat eine Infektion ein gesunder Stimulus für das Immunsystem – es erlangt dadurch Kompetenzen für eine erfolgreiche Abwehr -insofern ist der zweite Teil der obigen Aussage natürlich korrekt.

Die Impfung als gefahrlose Trockenübung für das Abwehrsystem

Wie oben dargestellt entsteht so zum Beispiel eine meist lebenslange Immunität gegen das Masernvirus – man wird die Erkrankung kein zweites Mal bekommen, da die “Verteidigungslinie” bereits aufgebaut ist.

Leider läuft der Prozess des Abwehraufbaus nicht im Hintergrund ab, ohne dass wir etwas davon merken: die Infektion macht uns krank. Eine solche Erkrankung ist in der Regel alles andere als ein “harmloses Training” des Immunsystemes. Man setzt sich neben den unangenehmen Krankheitssymptomen auch einer Vielzahl von möglichen Komplikationen aus, die das Virus oder Bakterium verursachen kann – von Befindlichkeitsstörungen bis zu einem fatalen oder invalidisierenden Verlauf (man denke hier nur an die tödliche SSPE nach Maserninfektion, das Versagen der Atemmuskulatur bei Polio oder das zum Ersticken führende echte Kruppsyndrom bei Diphterie oder Hämophilus-Influenza-Infektionen).

Bei einem Training versucht man in einer simulierten Form Fertigkeiten in kontrollierter Umgebung zu üben, damit Sie im Ernstfall des Wettkampfes (Sportler) oder der Notfallsituation (als Notarzt bei der Reanimation) reibungslos funktionieren. Ein Grundprinzip ist dabei, dass in der Trainingssituation “nichts passieren kann”.

Gerade dieser Trainingssituation setzt man das menschliche Immunsystem aus, werden ihm Impfstoffe verabreicht: die sogenannten Vakzine bestehen heute in der Regel aus einzelnen Proteinbestandteilen des Erregers. Somit können die Abwehrzellen “die Viren oder Bakterien kennenlernen” ohne dass diese eine Erkrankung auslösen könnten.

Die Reaktionen, die im Immunsystem bei einer solchen Impfung ablaufen (Antigenpräsentation, T-/B-Zell-Aktivierung, Antikörperproduktion, etc.) sind von denen bei einer echten Infektion ablaufen nicht zu unterscheiden – die Impfung steht also dem Trainingseffekt einer echten Infektion mit dem Erreger in nichts nach, birgt lediglich keine Gefahr, die Erkrankung und deren Folgen auch zu bekommen.

Abschließend ist zu bemerken, dass bis dato keine Belege existieren, die eine Überlegenheit der geistigen oder körperlichen Entwicklung geimpfter gegenüber nicht geimpften Menschen zeigen könnten. Lassen Sie sich impfen und ziehen die gefahrlosen Trockenübungen des Immunsystems den Unwägbarkeiten von Komplikationen einer Wildtypinfektion vor!

Impfmythen Teil 2 – “Herr Doktor, ich möchte eigentlich nicht geimpft werden, weil …”

“… Impfungen eine große Gefahr für die Gesundheit unserer Kinder sind: schauen Sie sich nur mal die schrecklichen Berichte über Impfschäden an!”

Schaut man sich im Netz um wird man bei der Recherche nach dem Stichwort “Impfung” in der Tat überrollt von negativen Fallberichten und Warnungen vor schrecklichen Folgen einer Impfung. Genauso wie bei anderen Informationen, mit denen man im Internet konfrontiert wird, sollte man allerdings rational und kritisch damit umgehen. Wir dürfen uns nicht von Einzellfallberichten, so einprägsam sie auch sein mögen, blenden lassen sondern müssen uns auf gesicherte Erkenntnisse berufen (wir Ärzte sprechen hier von “Evidenz” – zu deutsch “Beweis(e)”). Schließlich möchte auch kein Patient sich allein aufgrund eines “Bauchgefühles” des Chirurgen oder einer einzelnen Einzelfallerfahrung einer gefährlichen Operation unterziehen, für die es keinerlei bewiesenen Nutzen gibt.

Fakten zu unerwünschten Ereignissen durch Impfungen

Masernimpfung

Im Zeitraum von 2001 bis 2012 wurden dem Paul-Ehrlich-Institut ca. 6 Verdachtsfälle auf 100.000 Impfdosen (Einzel- und Kombinationsimpfungen) gemeldet. Im Jahr 2013 handelte es sich bundesweit um ca. 300 Fälle.
Von den gemeldeten Fällen blieben bei 3,4% Schäden zurück, speziell
im Jahr 2013 fanden sich 3 solche Fälle mit bleibendem Impfschaden unter den Masernimpflingen.
Bei 0,9% der Fälle nahm die Komplikation leider einen tödlichen Verlauf (2013 kein Fall berichtet).
Bei mehr als der Hälfte der Verdachtsfälle kam es zu einer vollständigen Gesundung.
Insgesamt liegt
nur bei 6% aller Fallmeldungen bezüglich der Masernimpfung überhaupt ein wahrscheinlicher Zusammenhang zwischen Impfung und Reaktion vor. [1,3]

Impfungen allgemein

Gravierende Komplikationen nach Impfungen sind insgesamt eher selten: 2013 erfolgten 43 Meldungen von Fällen mit bleibenden Schäden nach einer Impfung an das Paul-Ehrlich-Institut: 17 Kinder und Jugendliche, 26 Erwachsene). Alleine 31 Fälle davon waren als nicht vereinbar mit einem kausalen Zusammenhang nach den Kriterien der WHO zwischen der jeweiligen Impfung und dem berichteten unerwünschten Ereignis zu sehen. So fand(en) sich bei diesen
  • keine wissenschaftliche Evidenz für einen ursächlichen Zusammenhang
  • andere bestehende Krankheiten, wie z.B. eine genetisch bedingte Erkrankung als ursächlicher Faktor
  • ein un-plausibler zeitlicher Zusammenhang zwischen der Impfung und dem unerwünschten Ereignis

In Zusammenschau aller Impfungen erscheinen unerwünschte Wirkungen und Reaktionen doch eher überschaubar: ungeachtet der Ereignisschwere gab es 2013 rund 3300 Meldungen von solchen Impfreaktionen/-komplikationen, wobei vor allem lokale Reaktionen, Fieber und Kopfschmerzen und vergleichbare Symptome das Feld dominierten. [2,3]

Mythen/Behauptungen ohne Evidenz

“Die Masernimpfung löst Autismus aus!”

Die lange Zeit als „belegend“ angesehene Studie (Fachzeitschrift Lancet 1998) wurde als Fälschung entlarvt – der Autor verfolgte keinen wissenschaftlichen, sondern eigene Interessen, die zugrundeliegenden Daten wurden schlichtweg gefälscht. Bis dato liegt kein Beleg für einen Zusammenhang zwischen einer Mumpf-Masern-Röteln-Impfung und der Erkrankung Autismus vor. Mittlerweile liegen sogar belastbare Daten vor, die zeigen, dass eine Impfung selbst bei Kindern mit erhöhtem Autismusrisiko nicht mit einem gehäuften Auftreten der Erkrankung einhergeht. [5]

“Eine Impfung erhöht die Wahrscheinlichkeit an einer Multiplen Sklerose zu erkranken!”

Zusammenhänge wurden zum Beispiel zwischen der Hepatitis-B-Impfung und dem Auftreten einer Multiplen Sklerose in mehreren Studien untersucht, auch für andere Impfungen liegen bereits umfangreiche, vergleichbare Daten vor: ein überzeugender Beleg konnte bislang nicht gefunden werden. Im Gegenteil: gerade bei Erkrankungen, wie einer MS muss man davon ausgehen, dass Patienten durch die meist bestehende Therapie mit sog. Immunsuppressiva (“Immunsystem-Unterdrücker”) ganz besonders von Impfungen profitieren, da ihr Immunsystem anfälliger für Infektionen ist. [6]

“Impfungen sind schuld am plötzlichen Kindstod!”

Lange Zeit grassierte diese nie belegte Vermutung. Inzwischen mehren sich aber eher gegenteilige Hinweise: bei Analysen von Plötzlicher-Kindstod-Fällen waren betroffene Babys eher seltener und/oder später geimpft worden als üblich. [4]

“Gerade die Mumps-Masern-Röteln-Impfung ist doch brandgefährlich und kann eine Vielzahl schrecklicher Erkrankungen auslösen!”

Die Cochrane Collaboration ist eine internationales Netzwerk von Wissenschaftlern und Ärzten, das sich an den Grundsätzen der evidenzbasierten Medizin orientiert und zu relevanten Fragestellungen eine Datenrecherche durchführt. Aus qualitativ hochwertigen Studien werden so Gesamtauswertunge durchführt (sogenannte Meta-Analyse) und entsprechen als “Cochrane-Reviews” regelhaft den höchsten wissenschaftlichen Standards. In einem solchen Review zur Sicherheit von kombinierten MMR-Impfstoffen bei Kindern von 2012 wurde in den analysierten Studien kein Zusammenhang zwischen einer MMR-Impfung und folgenden Erkrankungen gezeigt: Autismus, Asthma, Leukämie, Diabetes mellitus Typ I, Gangstörungen als Zeichen einer zerebellären Ataxie (Kleinhirnschaden), Heuschnupfen, Morbus Crohn, demyelinisierende Erkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom sowie bakteriellen und viralen Infektionen. [6]

Quellen:
[1] Mentzer D et al: Sicherheit und Verträglichkeit von monovalenten Masern- und kombinierten Masern-, Mumps-, Röteln- und Varizellenimpfstoffen. Bundesgesundheitsbl 2013. 56:1253–1259
[2] B. Keller-Stansislawski: Kausalitätsbewertung von Impfnebenwirkungen – neue Kriterien der WHO. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit. 2014; 1:31-35
[3] Mentzer D et al: Daten zur Pharmakovigilanz von Impfstoffen aus dem Jahr 2013. Bulletin zur Arzneimittelsicherheit. 2015; 1:12-20
[4] Vennemann MM, Butterfass-Bahloul T, Jorch G et al (2007) Sudden infant death syndrome: no increased risk after immunisation. Vaccine 25: 336-40
[5] Anjali J et al: Autism Occurrence by MMR Vaccine Status Among US Children With Older Siblings With and Without Autism. JAMA. 2015;313(15):1534-1540
[6] Demicheli V et al.: Vaccines for measles, mumps and rubella in children. Cochrane Database Syst Rev 2. 2012