Lehrpraxis aktuell – Famulantin arbeitet bei uns mit!

Frau Kristina Marseille ist Studentin der Humanmedizin an der Universität zu Lübeck und wird in der Zeit vom 19.2. bis zum 20.3.2019 in unserer Praxis eine Famulatur ableisten.

Im Rahmen der klinischen Semester absolvieren die Studierenden unterschiedliche Famulaturen in Kliniken und Arztpraxen, um so über die Theorie hinaus auch praktische Erfahrungen sammeln zu können.

Frau Marseille studiert im 5. Semester und hat bereits viele theoretische Inhalte erarbeitet. Durch Ihre Verwurzelung in der Region und Interesse für die hausärztliche Medizin im eher ländlich geprägten Umfeld erwuchs der Entschluss, in unserer Praxis für 4 Wochen mitzuarbeiten.

Als akademische Lehrpraxis sind auch wir mit der Ausbildung von jungen Medizinern beauftragt. Entsprechend möchten wir Frau Marseille möglichst gut in unsere Praxisabläufe integrieren (Patientengespräche, Untersuchungen, etc.). Sollten Sie als Patient nicht mit der Gegenwart der Kollegin einverstanden sein, teilen Sie dies bitte unserem Helferteam oder den Ärzten mit.

Selbstverständlich unterliegt Frau Marseille genauso wie wir der ärztlichen Schweigepflicht. Wir bitten Sie also unserer Kollegin das gleiche Vertrauen wie auch uns entgegenzubringen.

 

„Sanfte Medizin“ kann nicht schaden?

Das dem bei Weitem nicht immer so ist dürfte jedem Arzt klar sein, stellten wir das in Vergangenheit ja zum Beispiel auch schon für Nahrungsergänzungsmittel dar.

Eine aktuelle Studie zur Anwendung alternativer Methoden bei bösartigen Erkrankungen wirft aber nochmal ein anderes Licht auf diese Thematik. Eine Studie untersuchte Fälle von Patienten mit Brustkrebs, Prostatakrebs, Lungen- oder Darmkrebs ohne Metastasen und mit vorhandenen Heilungschancen. Dabei wurden Patienten selektiert, die zusätzlich(!) zur Chemo-/Hormontherapie, Bestrahlung und/oder Operation einen alternative Therapie durch nichtmedizinische Personen (z.B. Heilpraktiker) erhielten und einer Vergleichsgruppe gegenübergestellt, die nur die o.g. konventionelle Therapie erhielt.

Im Ergebnis verweigerten Patienten, die eine alternative Methode in Anspruch nahmen häufiger einer wirksamkeitsbelegte Therapie (z.B. Operation 7% vs. 0,1%, Bestrahlung 34% vs. 3,2%, Hormontherapie 33,7% vs. 22,8%). Weiter war die 5-Jahres-Überlebensrate mit 82% in der Gruppe der alternativen Methoden um 5% niedriger und die Sterblichkeit doppelt so hoch.

Einschränkend muss natürlich hier das Studiendesign als Beobachtungsstudie kritisch beachtet werden. Im Ergebnis scheint ja nicht die pure Anwendung einer zusätzlichen alternativen Heilmethode das Problem darzustellen sondern eher zu deren Gunsten das Verlassen des immerhin wirksamkeitsbelegten Pfades. Wer im Falle einer Krebserkrankung von alternativen Heilmethoden überzeugt ist sollte zumindest die Erkenntnisse der evidenzbasierten Medizin nicht völlig ausblenden (oder sich ausreden lassen).

Quelle: Johnson SB et al: Complementary Medicine, Refusal of Conventional Cancer Therapy, and Survival Among Patients With Curable Cancers. JAMA Oncol 2018 (10):1375-1381

Ausbildung zur MFA im Schuljahr 2019/20 – bei uns bist Du richtig!

Neues Team, neue Ziele! Als große Praxis möchten wir neben der Ausbildung von Fachärzten für Allgemeinmedizin auch einen Beitrag zur Berufsausbildung der unverzichtbaren Stützen der hausärztlichen Tätigkeit beitragen – fundierte Bewerbungen sind natürlich erwünscht!

Weniger ist oft mehr – nicht jede ärztliche Maßnahme ist sinnvoll!

pexels-photo-415779Schon die Choosing-Wisely-Initiative setzte Maßstäbe und gab klare „Dos und Don’ts“ für sinnvoll begründetes medizinsches Handeln vor. Anders als nach Auffassung vieler Patienten und leider auch zahlreicher Kollegen ist es mitnichten so, dass z.B. Diagnostik nicht schaden kann: Schon ein von uns durch eine nicht notwendige Sonographie festgestellter Leberrundherd, der wie ein harmloses Hämangiom anmutet wird durch „Absicherungsdiagnostik“ neben einer immensen psychischen Belastung des Patienten („Oh Gott – wahrscheinlich ist es Krebs im metastasierten Stadium!“) auch zu einer potenziellen körperlichen Gefahr: nicht selten folgen ja auch Probenentnahmen mit entsprechendem Komplikationsrisiko.

In diese Kerbe schlägt auch die aktuell im renommierten Journal of the American Medical Association (JAMA) veröffentlichte Literaturübersicht zu Übertherapie und -diagnostik [1]. Folgend hier nur drei Don’ts aus der Publikation, die sich Ärzte (aber auch Patienten) zu Herzen nehmen sollten:

  • kein Routine-EKG bei symptomlosen Patienten! Das EKG ist denkbar schlecht als Screening-Instument geeignet und tritt nicht selten eine Kaskade an weiterer Diagnostik (bis zum Herzkatheter) los, ohne einen Nutzen für den Betroffenen zu zeigen. 
  • keine stetigen Kontrollen der Blutfette: bei der therapeutischen Beurteilung ist die Betrachtung des invidivuellen Herz-Kreislaufrisikos und nicht isoliert der Cholesterinwerte (als sog. Surrogatparameter) notwendig. Ein Labortest ist nur dann sinnvoll, wenn auch Konsequenzen daraus gezogen werden (z.B. der neue Einsatz eines Cholesterinsenkers beim Hochrisikopatienten). 
  • Calciumtabletten sind mehr Fluch als Segen: selbst Osteoporosepatienten schaffen es in der Regel die empfohlene tägliche Kalziummenge über die normale Kostzufuhr zu sich zu nehmen. Eine Zufuhr durch Brausetabletten o.ä. fördert mehr die Steinbildung und Verkalkung von Gefäßstrukturen als eine Knochenstabilität.

[1] JAMA Intern Med. 2018 Dec 3. doi: 10.1001/jamainternmed.2018.5748

Bild: Pexels.com/pixabay

Das perfekte Steak – mit Sous-Vide-Küche auf Jahresende und Neustart zu!

Das perfekte Steak – mit Sous-Vide-Küche auf Jahresende und Neustart zu!

2018 neigt sich dem Ende zu – Grund genug auf das vergangene Jahr zurückzublicken und zu resümieren. Eine schnöde Weihnachtsfeier im herkömmlichen Stil sollte es für unsere Praxis heuer einmal mehr nicht sein. Gut, dass wir in den vergangenen Jahren schon einen guten Kontakt zum Gastronomieunternehmen delikat fineCatering aufgebaut hatten: so durften wir nun zum zweiten Mal ein gemeinsames Kochevent der Spitzenklasse im Küchenstudio Edelmann in Weikersheim erleben.

Koch Michael Klaus führte uns bei einem Aperitif ins Thema des Abends ein: Ein besonderes Menü rund um Dampfgaren und Sous-vide-Technik sollten wir uns selbst zubereiten – wir alle würden „das perfekte Steak“ auf dem Teller haben. Gemeinsam wurde argentinisches Rind vorbereitet, Lachs gehäutet und von Gräten befreit, Gemüse und Obst geschnitten, Suppenbasis zubereitet, gewürzt, und, und, und. Unausgenommen jedes Teammitglied hatte Aufgaben als Assistent oder Assistentin des Küchenchefs zu erfüllen. Freilich kam der Spass hier nicht zu kurz: da konnte neben dem Abschmecken, Probieren und Genießen der servierten Weine und Schmankerl auch ausgiebig über Kochtechniken, Tipps und Tricks mit dem Herr der Küche gefachsimpelt werden.

Gang für Gang wurde selbstredend eigenhändig „am Pass“ vorbereitet und in Teamarbeit angerichtet und dann zusammen an der langen Tafel genossen. Dabei bot sich natürlich auch Gelegenheit für weitere Gespräche der Teammitglieder in lockerer Atmosphäre.

Nach 5 Stunden Kocherlebnis neigte sich dann auch dieser Abend dem Ende zu: zum letzten Mal in der bestehenden Runde wurde so ein würdiger Jahresabschluss gefeiert. 2019 wird das Team zwar deutlich größer sein, was Stimmung und Spass am Zusammensein aber sicher nur befördern wird!