Woche der Wiederbelebung – Aktionstag zur Woche der Wiederbelebung erstmals mit Schulsanitätsdienst des DOG

Seit auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden vor einigen Jahren damit begonnen wurde, Notfalldefibrillatoren für die Laienanwendung zu platzieren, ist der plötzliche Herzstillstand wieder etwas mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Der sogenannte „plötzliche Herztod“ ist mit rund 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in unserem Land. Da ursächlich in einer solchen Situation die Herzpumpfunktion verloren geht, wird neben den anderen Organen vor allem das Gehirn nicht mehr durchblutet. Schon nach nur 4-6 Minuten ohne Versorgung mit sauerstoffreichem Blut treten nicht reparable Hirnschädigungen auf.

Damit es nicht soweit kommt, muss die Pumpfunktion des Herzens durch eine Herzdruckmassage rasch wiederhergestellt werden. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn von Freunden, Angehörigen, Arbeitskollegen oder zufällig anwesenden Passanten sofort mit der Wiederbelebung begonnen wird. Dabei gilt der Grundsatz „Zeit ist Leben“: pro Minute, die bis zum Beginn der Maßnahmen verstreicht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um ca. 10%. Wenn innerhalb der ersten fünf Minuten kein Beginn der Wiederbelebung erfolgt, ist ein Überleben unwahrscheinlich.

Gerade in unserer Region als Flächenlandkreis ist Zeit ein kritischer Faktor: Selbst nach sofortiger Alarmierung brauchen Notarzt und Rettungsdienst außerhalb der Kernstadt meist deutlich länger zur Anfahrt als dieses enge Zeitfenster vorgibt. Leider sei es eher die Ausnahme, dass bei ihrem Eintreffen bereits eine Laienreanimation stattfinde, wissen ortsansässige Notärzte immer wieder zu berichten. Diese Beobachtung passt zu den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 2012, nach denen hierzulande nur in etwa 15% der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird (zum Vergleich liegen Norwegen und Schweden bei etwa 60%).

Um die Berührungsängste der Bevölkerung als erstem Glied der Rettungskette zu verringern und das Wissen um Laienreanimationsmaßnahmen zu verbessern, findet im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ nunmehr zum vierten Mal am Samstag, den 22.9.2018 ab 10:00 Uhr auf dem Marktplatz ein Aktionstag „Ein Leben retten – 100 pro Reanimation“ statt. Die Bereitschaften des DRK-Kreisverbandes Bad Mergentheim stellen diese Veranstaltung auf die Beine.  Erstmals beteiligt sich auch der Schulsanitätsdienst des Deutschorden-Gymnasiums aktiv an der Veranstaltung, so leiten Jugendliche und Kinder gleichaltrige in korrekter Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer altersgerechten Puppe an.

Einmal mehr sollen Jung und Alt an den Simulationspuppen geschult werden und Berührungsängste abgebaut werden. Gerade solche praktischen Trainingsmaßnahmen können die Erfolgsaussichten einer Wiederbelebung verbessern: eine optimale Laienreanimation kann die Überlebensrate verdoppeln bis verdreifachen.  Jede/r kann helfen!

Betriebsausflug – Praxis bleibt am 7.9.2018 geschlossen

Auch unser Team braucht mal Zeit für sich – wir verbringen einen Tag zusammen und stärken unseren Teamgeist. Entsprechend bleibt unsere Praxis am
Freitag, den 7.9.2018 ganztags geschlossen.

In dringenden medizinischen Notfällen nehmen Sie bitte mit einem/einer
unserer vertretenden Kollegen/Kolleginnen Kontakt auf:

Jörg Hennig
Seegartenstraße 1, Bad Mergentheim
Telefon 07931/3515

Dr. med. Urban Lanig
Bad Mergentheimer Straße 21, Markelsheim
Telefon 07931/2626

Dr. med. Britta Remmel-Richarz
Karlsbad 30, Bad Mergentheim
Telefon 07931/9237033

Dr. med. Christine Reuter
Burgstraße 28, Bad Mergentheim
Telefon 07931/7367

Dr. med. Winfried Söhner
Burgwiesenstraße 1, 97922 Lauda-Königshofen
Telefon 09343/1361

Dr. med. Silke Stahnke
Poststraße 2, Bad Mergentheim
Telefon 07931/3949

Dr. med. Rainer Stiel
Wolfgangstraße 19, Bad Mergentheim
Telefon 07931/6127

Ab dem 10.9.2018 geht der Praxisbetrieb dann wieder mit neuer Energie aufgefrischt weiter.

Bild: PhotoMIX Ltd. von Pexels

Ab in den Urlaub – wir sind dann mal weg!

Auch wir brauchen mal eine Verschnaufpause. Entsprechend bleibt unsere Praxis vom 13.8.2018 bis
zum 24.8.2018 geschlossen.
In dringenden medizinischen Notfällen nehmen Sie bitte mit einem/einer unserer vertretenden Kollegen/innen Kontakt auf:

 

 

Durchgehend:  
Jörg Hennig
Seegartenstraße 1, Bad Mergentheim
Telefon 07931/3515
Dipl.-Biol. S. Stüber-Brückner
Wachbacher Straße 14
Bad Mergentheim
Telefon 07931/923737
Dr. med. Uwe Ingo Steinorth
Frommengasse 2, Bad Mergentheim
Telefon 07931/7686
Dr. Heinz-Jürgen Träger
Oberer Graben 60
Bad Mergentheim
Telefon 07931/7216
nur 13.8.2018 – 17.8.2018:  
Dr. med. Christine Reuter
Burgstraße 28, Bad Mergentheim
Telefon 07931/7367
 
nur 20.8.2018 – 24.8.2018:  
Dr. med. Ulrike Knödler
Oberer Graben 62, Bad Mergentheim
Telefon 07931/949123
 

 

 

 

 

 

Ab dem 27.8.2018 geht der Praxisbetrieb dann wieder frisch gestärkt weiter.

Bild: © Rainer Sturm / Pixelio

Back to the roots – Frau Katrin Weiß jetzt als neue Ärztin im Team

Ab 1.6.2018 verstärkt Frau Katrin Weiß als Ärztin in Weiterbildung Allgemeinmedizin unser Team für die kommenden zwei Jahre.

Frau Weiß konnte nach dem Staatsexamen 2014 bereits in den Abteilung für Innere Medizin des Neckar-Odenwald-Klinikums Buchen 2015 bis 2017 sowie 2017 bis 2018 in der Abteilung für Psychiatrie und Psychosomatik des Krankenhauses Tauberbischofsheim wertvolle medizinische Erfahrungen sammeln. Neben einem Abschnitt intensivmedizinischer Tätigkeit erfolgte auch bereits der Großteil der Ausbildung im Rahmen der Psychosomatischen Grundversorgung und der Arbeit mit psychisch kranken Patienten.

Neben der bereits vorhandenen klinisch-internistischen und psychosomatischen Vorausbildung erfolgt in unserer Weiterbildungspraxis nun die Umsetzung in den ambulanten Praxisalltag.

Zusätzliche Qualifikationen erarbeitete sich die Kollegin unter anderem auch auf dem Gebiet der Sonographie (DEGUM-Kurse). Ehrenamtlich ist sie seit 2012 auf der Onlineplattform „Was hab‘ ich?“ für ratsuchende Patienten da.

Als approbierte Ärztin wird Frau Weiß so wichtiges Mitglied unseres Ärzteteams, entsprechend möchten wir sie möglichst reibungslos in unsere Praxisabläufe integrieren. Eine eigene Sprechstunde wird sie unseren Patienten voraussichtlich ab September anbieten können.

Selbstverständlich unterliegt Frau Weiß genauso wie wir der ärztlichen Schweigepflicht. Wir bitten Sie also unserer neuen Kollegin das gleiche Vertrauen wie auch uns entgegenzubringen.

Für langjährige Patienten unserer Praxis wird die Ärztin keine fremde Person sein: bereits zweimalig arbeitete Frau Weiß als Studentin und als noch nicht approbierte Ärztin in unserem Team in den Jahren 2013 und 2014 mit – wir freuen uns über die Rückkehr nach Bad Mergentheim als qualifizierte Ärztin!

Blutdruckmessung in der Praxis – kein guter Ratgeber für die Therapieanpassung

Nicht selten werden wir kritisch von unseren Patienten beäugt, wenn wir der Frage des Hochdruckpatienten, ob wir denn nicht seinen Blutdruck messen wollten mit der Gegenfrage nach häuslichen Blutdruckwerten entgegnen.

Die Blutdruckselbstmessung führt langfristig betrachtet als Grundlage für Therapieänderungen zu einer deutlich besseren Blutdruckeinstellung als die bei ärztlichen Kontakten durchgeführten Praxismessungen. Dies wurde bereits Anfang des Jahres im renommierten Journal „Lancet“ veröffentlicht [1]: bei fast 1200 Patienten wurden die Messwerte von Patienten mit Selbstmessungen und mit Praxismessungen verglichen. Dabei wurde belegt, dass eine routinemäßige Messung und Dokumentation des Blutdrucks zu Haus als Grundlage für ärztliche Entscheidungen zu einer signifikant besseren Einstellung führt.

Im JAMA folgte nun eine weitere Veröffentlichung [2], die uns in unserem Vorgehen bekräftigt: Bei einer einfachen Praxismessung mit hypertensiven Blutdruckwerten (also >140/90mmHg) ist eine Zweitmessung nach 5 Minuten bei über einem Drittel der Patienten normwertig! Alleine durch dieses Vorgehen mit zwei aufeinanderfolgenden Messwerten veränderte sich der Anteil der Menschen mit gut kontrolliertem Bluthochdruck in der gesamten Studienpopulation (38.000 Patienten) von 61% auf 73% – alleine durch die Messtechnik! Folglich läuft man mit einfachen Praxismessungen Gefahr, Patienten eine Übertherapie zukommen zu lassen: Medikamentendosierungen werden erhöht oder zusätzliche Medikamente gegeben, obwohl sich der Blutdruck in Wahrheit im Zielbereich bewegt.

Durch kontinuierliche Aufklärungsarbeit konnten wir in den vergangenen Jahren den Anteil der standardisiert durchgeführten Blutdruckselbstmessungen (siehe Bild) deutlich ausbauen – Praxismessungen sind bei uns eher selten Grundlage einer Therapieänderung. Auch die Patienten freut es: ist die automatische 24-h-Langzeitmessung doch bei den meisten Betroffenen wenig beliebt. Auch Ihre Anwendung konnte bei uns deutlich zurückgeschraubt werden.

[1] McManus RJ et al: Efficacy of self-monitored blood pressure, with or without telemonitoring, for titration of antihypertensive medication (TASMINH4): an unmasked randomised controlled trial. Lancet 2018; 391: 949–59
[2] Einstadter D et al: Association of Repeated Measurements With Blood Pressure Control in Primary Care. JAMA Intern Med. Published online April 16, 2018