Burger, Cocktails und mehr – eine Betriebsfeier muss nicht spießig sein!

Fast schon traditionell in schon fast herbstlichem Ambiente traf sich das gesamte Praxisteam mit Partnern und Kindern im Garten und, ob der auch schon eher kühleren Temperaturen, im Haus von Dr. Thorsten Zahn.

Als besonderen Akzent konnte wir Chames Roth mit seiner legendären „Mietbar“ für die Versorgung mit flüssigen Spezialitäten verpflichten. Schon kurz nach Eintreffen der einzelnen Gäste wuchs so der Andrang um den exzellenten Bartender. Neben zahlreichen alkoholfreien Cocktails konnte man internationale Drinks, wie den „Moscow Mule“ oder einen „Touchdown“ genießen oder auch den „Bad-Mergentheim-Cocktail“ der Heimatage, die „Märchedoler Schippe“.  

Einmal mehr gelang es uns, den Praxisalltag für einige Stunden hinter uns zu lassen und bei durch Dr. Zahn am Grill auf den Punkt zubereiteten Burgern und eiskalten Getränken Spass miteinander zu haben. Wie auf den Bildern ersichtlich können wir weit mehr als eine gezwungene Betriebsfeier auf die Beine stellen. Einfach ein Spitzenteam das von den fleißigen und kompetenten Medizinischen Fachangestellten bestens getragen wird.
Na dann mal bis zum nächsten Jahr!

Hausarztmangel – welcher Hausarztmangel?

Zum Artikel „Hausarzt-Versorgung im Landkreis auf „sehr gutem Niveau“ (Fränkische Nachrichten vom 24.8.2017) [1]

Kopfschüttelnd fällt mir beim Bericht über die Erörterung der hausärztlichen Versorgung durch MdL Prof. Reinhart nur die markige Phrase des Kabarettisten Dieter Nuhr ein: „Wenn man keine Ahnung hat: einfach mal …“.

Nicht mehr als Beschwichtigungen durch den Politiker im Rahmen des Wahlkampfes stellt der Inhalt des Artikels dar. Offensichtlich erkennen Volksvertreter jene Signale nicht, die das gemeine Volk schon mit gesundem Menschenverstand sehen kann: nicht die aktuell bestehende Zahl der Hausärzte im Kreis ist von Bedeutung – die ist in der Tat sehr gut und ausreichend. Von Interesse für die Bürger ist aber doch, ob sie in 5-10 Jahren auch noch einen Hausarzt vor Ort haben werden!

Genau hier liegt aber das Problem begraben: aus eigener Recherche für einen Vortrag  [2] ergibt sich für den Altkreis Mergentheim eine in der Tat düstere Prognose: 2015 waren hier 24 Ärzte in hausärztlicher Versorgung tätig – nach ihrer Altersstruktur sind bis 2025 davon 14 im Rentenalter (und somit wahrscheinlich im Ruhestand). Von den damals 14 Kollegen ist mittlerweile leider Kollege Pingel aus Niederstetten verstorben – erwartungsgemäß ohne eine Nachbesetzung seiner Praxis. Somit werden 2025 wohl über 62% der jetzt tätigen Hausärzte ihre Praxistüre hinter sich abgeschlossen haben. Nachwuchs zu finden ist, selbst bei großem Engagement in der Weiterbildung, immens schwer geworden: Ärzte in Weiterbildung Allgemeinmedizin sind rar – Weiterbildungsstellen, gerade im ländlichen Raum, gibt es „wie Sand am Meer“. Derzeit sind drei Ärzte in Weiterbildung in der hiesigen Region tätig, andere Kollegen suchen aber schon seit langer Zeit erfolglos ausbildungswillige Kollegen.

Natürlich sind wir froh, gerade einen jungen Kollegen für die Praxis fit machen zu dürfen und ihn mittelfristig als niedergelassenen Kollegen in der Nähe von Bad Mergentheim sehen zu dürfen. Natürlich freut es mich beim regionalen Stammtisch der JADE – Junge Allgemeinmedizin Deutschland eine Kollegin in Weiterbildung kennen zulernen, die mit dem Gedanken spielt, sich im Altkreis niederzulassen.

Selbst das berüchtigte „Milchmädchen“ erkennt aber schnell, dass diese Lichtblicke nicht für die Deckung unseres hausärztlichen Bedarfes in den kommenden Jahrzehnten ausreichen werden. Bundesweit sehen die Zahlen indes nicht anders aus: nach Daten der KBV (Ärztemonitor 2016 [3]) planen 27% der Hausärzte ihre Tätigkeit in den kommenden 5(!) Jahren aufzugeben. Auch die Altersstruktur passt dazu: jeder dritte Hausarzt ist über 60 Jahre alt. In Deutschland haben 2016 indes ca. 1300 Nachwuchsmediziner ihre Facharztprüfung Allgemeinmedizin als Voraussetzung einer Niederlassung abgelegt. Im selben Jahr waren ca. 43.600 Hausärzte tätig.

Wenn die Nachwuchsgewinnung weiter so schleppend verläuft können wir innerhalb der fünf Jahre, in denen sich nach o.a. Zahlen 27% (ca. 11.770 Kollegen) zur Ruhe setzen werden gerade mal 6500 Praxen mit jungen Kollegen nachbesetzen – und das ist schon sehr optimistisch gedacht, da ein nicht geringer Anteil der jungen Allgemeinmediziner viel lieber in Anstellung arbeiten würde.

Quellen:
[1] FN vom 24.8.2017
[2] Bad Mergentheim 2030 – was zeigt uns der Blick in die Kristallkugel?

[3] KBV – Ärztemonitor 2016
[4] KBV – Ärztestatistik 2016

 

Lehrpraxis aktuell – Famulantin arbeitet mit

Frau Leonie Link ist Studentin der Humanmedizin an der Universität Gießen und wird in der Zeit vom 30.8. bis zum 28.9.2017 in unserer Praxis eine Famulatur ableisten.

Im Rahmen der klinischen Semester absolvieren die Studierenden unterschiedliche Famulaturen in Kliniken und Arztpraxen, um so über die Theorie hinaus auch praktische Erfahrungen sammeln zu können.

Frau Link studiert im 7. Semester und hat bereits viele theoretische Inhalte erarbeitet. Aus besonderem persönlichen Interesse für die hausärztliche Medizin im eher ländlich geprägten Umfeld erwuchs der Entschluss in unserer Praxis für 4 Wochen mitzuarbeiten.

Als akademische Lehrpraxis sind auch wir mit der Ausbildung von jungen Medizinern beauftragt. Entsprechend möchten wir Frau Link möglichst gut in unsere Praxisabläufe integrieren (Patientengespräche, Untersuchungen, etc.). Sollten Sie als Patient nicht mit der Gegenwart der Kollegin einverstanden sein, teilen Sie dies bitte unserem Helferteam oder den Ärzten mit.

Selbstverständlich unterliegt Frau Link genauso wie wir der ärztlichen Schweigepflicht. Wir bitten Sie also unserer Kollegin das gleiche Vertrauen wie auch uns entgegenzubringen.

Patientenberatung in Apotheken – viel „Luft nach oben“!

Im Zuge der Diskussion um ein Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente wird immer wieder der besondere Stellenwert der Vor-Ort-Apotheke bei der Versorgung mit Arzneimitteln betont. Strukturell ist das unzweifelhaft zu unterstützen, sind doch durch den demographischen Wandel immer mehr schlechter mobile und gleichzeitig krankere Menschen auf den einfachen Zugang zu Ihren Medikamenten angewiesen. Nur wenige unserer geriatrischen Patienten könnten sich ohne großen Aufwand bei „Doc Morris“ ihre Dauermedikation bestellen. 
Immer wieder wird aber gerade auch die Beratungskompetenz in den Vordergrund gerückt. Nicht repräsentative Tests durch einschlägige Verbrauchermagazine ließen die Pharmazeuten hier schon des öfteren in schlechtem Licht dastehen. Um die Beratungsqualität als wichtigen Standortfaktor hervorzuheben ist diese auch durch die einzelnen Apotheken immer wieder zu prüfen.
 
Folgende Gesprächssituation aus unserer Sprechstunde in den vergangenen Wochen mit einem/einer Patienten/Patientin zeigt, dass hier noch viel „Luft nach oben ist“ (zur Vereinfachung wird hier die männliche Form gewählt):
 
Der Patient geht stramm auf die 90 zu, das lange Leben hat Spuren hinterlassen: so besteht eine koronare Herzkrankheit mit Herzinfarkt, eine leichte Herzschwäche, die Niere arbeitet nicht mehr so gut und wegen einer Rhythmusstörung muss ein „Blutverdünner“ (Marcumar) eingenommen werden. Insgesamt geht es dem Patienten gut, obgleich er unter einem „Schwindel“ leidet, für den keine medikamentös behandelbare Ursache vorliegt. Weiter treten mal hier, mal da mäßige Schmerzen an Gelenken auf. Der Patient ist in der Apotheke bekannt – alle seine Medikamente werden dort bezogen und sind somit auch dort gelistet und einsehbar.
 
Patient: „Ich war in der Apotheke wegen meinem Schwindel. Da hat man mir Tebonin empfohlen – der Schwindel werde darauf sicher besser. Schließlich ist das doch ein Durchblutungsproblem, haben die gesagt. Das ist doch in Ordnung, Herr Doktor, auch wenn es sauteuer ist?“
Anmerkung und Beratungsergebnis in unserer Sprechstunde:
Natürlich ist das nicht in Ordnung und sollte nicht mehr eingenommen werden. Abgesehen davon, dass keine belastbaren Studienergebnisse zur Schwindelbehandlung mit Gingkopräparaten (Tebonin und Co) vorliegen [2] – das könnte man verkraften – besteht ein ganz anderes Problem: Gingkopräparate verstärken die gerinnungshemmende Wirkung von Marcumar [3]. Hier wird dem Patient also aktiv ein Medikament von Apotheker/PTA empfohlen, dass eine objektive Gefahr darstellt!
 
Patient (der/die Gleiche!): „In der Apothekenumschau [1] habe ich gelesen, dass Ibufen [Ibuprofen ist gemeint] dem Herzen schadet. Der Apotheker/die Apothekerin sagt aber er/sie habe davon noch nie gehört, sie könne das ruhig ab und zu nehmen!“.
Anmerkung und Beratungsergebnis in unserer Sprechstunde:
Auch hier zeigen sich gleich zwei Beratungsfehler: selbstverständlich hat Ibuprofen wie alle sog. nichtsteroidalen Antirheumatika einen negativen Effekt auf des Risiko für Herz-Kreislaufereignisse und sollte bei Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit und/oder mit Herzinfarkt vermieden werden [4]. Weiter – und das ist auch hier wieder relevanter – wurde nicht auf die Schadwirkung bezüglich der bestehenden Nierenschwäche in Verbindung mit einer leichten Herzschwäche hingewiesen – zumindest wurde auch nicht danach gefragt. In einer solchen Konstellation sind diese Medikamente ein „No-Go“.
 
Sicher – wahrscheinlich ein Ausnahmefall, für uns aber mit einem hohen Beratungsaufwand zur Abwendung von Gefahren für den Patienten verbunden. In den allermeisten Fällen wird gut beraten, fundiert nachgefragt und gegebenenfalls auch der Arzt informiert (der hier freilich die gleichen Fehler machen kann!).
In der Diskussion um Standortsicherung der lokalen Apotheken sollte aber die Beratungsqualität nicht nur als Trophäe vorgehalten sondern aktiv an ihr gearbeitet werden. Die Apotheken habe hier sicher noch Nachholbedarf. Nur so werden auf Dauer die für uns insgesamt natürlich wichtigen örtlichen Apotheken auf dem Markt überleben können!
 
Quellen:
[1] Erwähnter Artikel in der Apothekenumschau 5/2017
[2] Arzneimitteldatenbank des Arznei-Telegramms (online)
[3] http://www.pharmazeutische-zeitung.de/…
[4] Arznei-Telegramm 2013; 44: 66-8
Bild: stevepb / pixabay.com

Ab in den Urlaub – wir sind dann mal weg!

Auch wir brauchen mal eine Verschnaufpause. Entsprechend bleibt unsere Praxis vom 14.8.2017 bis
zum 25.8.2017 geschlossen.
In dringenden medizinischen Notfällen nehmen Sie bitte mit einem/einer unserer vertretenden Kollegen/innen Kontakt auf:

 

 

Durchgehend:  
Dipl.-Biol. S. Stüber-Brückner
Wachbacher Straße 14
Bad Mergentheim

Telefon 07931/923737
Dr. Heinz-Jürgen Träger
Oberer Graben 60
Bad Mergentheim

Telefon 07931/7216
Dr. Rainer Stiel
Wolfgangstraße 19 
97980 Bad Mergentheim

Telefon 07931/6127
 
nur 14.8.2017 – 18.8.2017:  
Jörg Hennig
Seegartenstraße 1
97980 Bad Mergentheim

Telefon 07931/3515
 
nur 21.8.2017 – 25.8.2017:  
Dres. med. M. und S. Lanig
Goldbachstr. 9
97999 Igersheim
Telefon 07931/45068
 

 

 

 

Ab dem 27.8.2017 geht der Praxisbetrieb dann wieder
frisch gestärkt weiter.

Bild: © Rainer Sturm / Pixelio