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✓ Fixkostendegression gestrichen – 15. Oktober 2026 Der Bundestag hat die Abschaffung in zweiter und dritter Lesung beschlossen.
Ihre Gesundheitsversorgung

Handbremse gelöst:
Die Fixkostendegression ist gestrichen

Der Protest hat gewirkt. Der Bundestag hat eine der problematischsten Regelungen des GKV-Spargesetzes wieder zurückgenommen. Was das jetzt konkret für Sie und die Versorgung in unserer Region bedeutet.

Dr. med. Carsten Köber  ·  Oktober 2026

01 Eine gute Nachricht – endlich

Im Juli haben wir Ihnen an dieser Stelle noch geschrieben, dass wir mit dem GKV-Spargesetz „mit angezogener Handbremse in den Überholvorgang“ geschickt werden. Heute können wir berichten: Die Handbremse ist gelöst. Der Deutsche Bundestag hat am 15. Oktober 2026 in zweiter und dritter Lesung die Abschaffung der Fixkostendegression beschlossen. Grundlage war ein Änderungsantrag der Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD.

Die Fixkostendegression war die sogenannte „Wachstumsstrafe“ des Gesetzes: Wer mehr Patientinnen und Patienten in die Hausarztzentrierte Versorgung (HZV) aufnimmt als im Vorjahresquartal, hätte für diese zusätzlichen Patienten weniger Honorar erhalten. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband Baden-Württemberg hat sie zu Recht als eine der versorgungsfeindlichsten Regelungen des gesamten Gesetzes bezeichnet.

Das ändert sich konkret: In der HZV entfällt die Pflicht, eine Fixkostendegression zu vereinbaren – Honorarabzüge für neu eingeschriebene Patientinnen und Patienten wird es nicht geben. Auch im Kollektivvertrag (EBM) werden die vorgesehenen Kostenabschläge für Hausarzt- sowie Kinder- und Jugendarztpraxen gestrichen.

02 Warum diese Korrektur so wichtig ist

Der Mechanismus ist aus dem früheren Regelleistungsvolumen bekannt: Er zwang Praxen, gegen Ende des Quartals keine neuen Patienten mehr anzunehmen. In die HZV, das bislang einzige funktionierende Primärarztsystem Deutschlands, sollte er nun neu einziehen. Das hätte genau das Gegenteil von dem bewirkt, was Politik und Gesellschaft wollen: mehr koordinierte Versorgung, mehr Teampraxen, mehr Nachwuchs in der Niederlassung.

„Die Regelung wäre eine Versorgungsbremse gewesen. Sie hätte Praxen bestraft, die mehr Menschen koordiniert versorgen."
– Prof. Dr. Nicola Buhlinger-Göpfarth, Hausärztinnen- und Hausärzteverband, Oktober 2026

Die HZV besteht in Baden-Württemberg seit nunmehr 18 Jahren. Drei von vier Hausarztpraxen im Land bieten sie an, rund 3,5 Millionen Versicherte sind eingeschrieben – freiwillig, weil sie die koordinierte Betreuung schätzen.

3,5 Mio. Versicherte in der HZV in Baden-Württemberg
3 von 4 Hausarztpraxen im Land bieten die HZV an
~400.000 E-Mails von Praxen und Patienten an Abgeordnete

03 Was das konkret für Sie bedeutet

  • Neue HZV-Einschreibungen werden weiterhin voll vergütet: Es gibt keinen wirtschaftlichen Grund mehr, Patientinnen und Patienten zu bremsen. Wer sich einschreiben möchte, ist willkommen.
  • Planungssicherheit für die Praxis: Investitionen in Team, Digitalisierung und moderne Praxisstrukturen lassen sich wieder verlässlicher kalkulieren.
  • Ihre bestehende HZV-Einschreibung bleibt unverändert: Es ist nichts zu tun, das System läuft wie bisher weiter.
  • Gute Voraussetzungen für die Nachfolge: Praxen mit hoher HZV-Quote bleiben für junge Kolleginnen und Kollegen attraktiv, wichtig bei rund 1.000 Hausarztsitzen ohne Nachfolger in Baden-Württemberg.
Eine ehrliche Einordnung: Die Korrektur betrifft die Fixkostendegression. Das GKV-Spargesetz enthält weitere Regelungen, die wir weiter aufmerksam beobachten. Aber die Streichung der „Wachstumsstrafe“ beseitigt die größte Gefahr für die Hausärzteversorgung.

04 Der Protest hat gewirkt

Im Juni haben Hausarztpraxen in ganz Baden-Württemberg im Rahmen der Kampagne „hausarztpraxen-retten.de“ ihre Wartezimmerplätze reduziert, auch wir. Es folgten rund 400.000 E-Mails an Bundestagsabgeordnete, unzählige Gespräche vor Ort und zuletzt die Anhörung im Gesundheitsausschuss am 7. Oktober. Der Verband hat auch nach dem Gesetzesbeschluss im Juli nicht lockergelassen.

Dass Politik Fehler erkennt und korrigiert, ist keine Selbstverständlichkeit. Deshalb ein Dank auch an die Abgeordneten und die Bundesregierung für diese Korrektur.

„Es geht hier nicht um unsere Einkommen. Es geht um die Frage, ob in zehn Jahren noch jemand Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt sein kann."

05 Wie es weitergeht: Das Primärversorgungsgesetz

Die nächste große Baustelle steht schon fest: das Primärversorgungsgesetz, das die Bundesregierung im Koalitionsvertrag versprochen hat. Unsere Haltung dazu ist klar: Ein Primärversorgungssystem muss auf der bewährten HZV aufbauen und gemeinsam mit den Praxen entwickelt werden, nicht an ihnen vorbei.

Dazu gehören mehr Teamarbeit, die Delegation an qualifizierte Gesundheitsberufe und eine Vergütung, die die tatsächliche Versorgungsleistung honoriert. Genau das leistet bereits das Modell HÄPPI (Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell), das gemeinsam mit der Universität Heidelberg entwickelt und in der HZV erprobt wurde. Mit der gestrichenen Fixkostendegression ist ihm ein großes Hindernis aus dem Weg geräumt.

Unsere klare Botschaft: Die HZV bleibt das bessere System. Wir schreiben weiterhin Patientinnen und Patienten in die HZV ein, und jetzt ohne Abschlag im Rücken. Sprechen Sie uns gerne an, wir nehmen uns die Zeit.

Die Debatte geht weiter, und Ihre Stimme zählt

Dieser Erfolg zeigt: Politischer Druck wirkt. Wenn Sie die Entwicklung weiter begleiten und Ihre Meinung einbringen möchten, finden Sie die Kampagnenseite des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands hier.

Zur Kampagnenseite →

Ein herzliches Dankeschön an alle Patientinnen und Patienten, die mitgemacht haben: durch Briefe, Nachrichten und das Gespräch in unserer Praxis. Dieser Erfolg gehört auch Ihnen.

Unsere Sprechstundenzeiten

Zu den aufgeführten Zeiten stehen wir Ihnen und Ihrer Gesundheit zu Diensten. Bitte vereinbaren Sie stets telefonisch oder persönlich einen Termin, um Wartezeiten möglichst kurz zu halten.

Wir sind für Sie da!

Dr. Carsten Köber
Dr. Thorsten Zahn
Dr. Ulrike Knödler
Dipl. Biol. Sonja Kreißl-Kemmer
Fachärzt:innen für Allgemeinmedizin

Unterer Graben 5
97980 Bad Mergentheim
Telefon 07931 – 96 49 60
Telefax 07931 – 96 49 6 99
praxis@arztihresvertrauens.de

Politik

Danke für Nichts, Frau Warken!

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