Das Praxisteam entert die Küche – gemeinsam zum perfekten Weihnachtsmenü!

Ein ereignisreiches Jahr 2019 neigt sich dem Ende zu, hat sich doch die Struktur unserer Praxis im Januar durch Verschmelzung mit Praxis und Team von Frau Dr. Knödler grundlegend verändert. Grund genug einen Blick auf die Meilensteine der vergangenen 11 Monate zu werfen. Nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre sollte auch der neu hinzugekommene Teamteil unbedingt in den Genuss eines hervorragenden Kochevents unter der Ägide des Gastronomieunternehmens delikat fineCatering kommen. Zum heuer dritten Mal traf sich das Praxisteam im Küchenstudio Edelmann in Weikersheim, um gemeinsam eigenhändig ein leckeres Menü zu zaubern.

Koch Michael Klaus führte die Anwesenden bei Sekt und Gin Tonic in den Abend ein. Im Fokus stand einmal mehr ein in den meisten Küchen nicht alltägliches Thema: eine selbst hergestellte Wildschweinbratwurst sollte den Mittelpunkt des Hauptganges darstellen. So wurden gemeinsam Wildschweinschulter und Schweineschwarten präpariert, Gewürzmischungen hergestellt, Maronen, Sellerie und viele Zutaten mehr geschnitten und die drei Gänge unter den wachenden Augen des Küchenchefs zubereitet. Bis hin zum professionellen Anrichten konnten alle Teammitgliedern für einen Abend einen „Kurzlehrgang Spitzengastronomie“ genießen.

Freilich kam der Spass hier nicht zu kurz: da konnte neben dem Abschmecken, Probieren und Genießen der servierten Weineauch ausgiebig über Kochtechniken, Tipps und Tricks mit dem kompetenten Koch gefachsimpelt werden.

Gang für Gang wurde zusammen an der langen Tafel genossen. Dabei und auch noch danach bot sich ausreichend Gelegenheit für weitere Gespräche und die einer oder andere Anekdote der Teammitglieder in lockerer Atmosphäre.

Aktionstag zur Woche der Wiederbelebung in Bad Mergentheim – Reanimation zum Anfassen auf dem Bad Mergentheimer Marktplatz

Seit auf Bahnhöfen und in öffentlichen Gebäuden vor einigen Jahren damit begonnen wurde, Notfalldefibrillatoren für die Laienanwendung zu platzieren, ist der plötzliche Herzstillstand wieder etwas mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt. Der sogenannte „plötzliche Herztod“ ist mit rund 100.000 Fällen pro Jahr eine der häufigsten Todesursachen in unserem Land. Da ursächlich in einer solchen Situation die Herzpumpfunktion verloren geht, wird neben den anderen Organen vor allem das Gehirn nicht mehr durchblutet. Schon nach nur 4-6 Minuten ohne Versorgung mit sauerstoffreichem Blut treten nicht reparable Hirnschädigungen auf.

Damit es nicht soweit kommt, muss die Pumpfunktion des Herzens durch eine Herzdruckmassage rasch wiederhergestellt werden. Dieses Ziel kann nur erreicht werden, wenn von Freunden, Angehörigen, Arbeitskollegen oder zufällig anwesenden Passanten sofort mit der Wiederbelebung begonnen wird. Dabei gilt der Grundsatz „Zeit ist Leben“: pro Minute, die bis zum Beginn derMaßnahmen verstreicht, sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um ca. 10%. Wenn innerhalb der ersten fünf Minuten kein Beginn der Wiederbelebung erfolgt, ist ein Überleben unwahrscheinlich.

Gerade in unserer Region als Flächenlandkreis ist Zeit ein kritischer Faktor: Selbst nach sofortiger Alarmierung brauchen Notarzt und Rettungsdienst außerhalb der Kernstadt meist deutlich länger zur Anfahrt als dieses enge Zeitfenster vorgibt. Leider sei es eher die Ausnahme, dass bei ihrem Eintreffen bereits eine Laienreanimation stattfinde, wissen ortsansässige Notärzte immer wieder zu berichten. Diese Beobachtung passt zu den Ergebnissen einer wissenschaftlichen Arbeit aus dem Jahr 2012, nach denen hierzulande nur in etwa 15% der Fälle vor Eintreffen des Rettungsdienstes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird (zum Vergleich liegen Norwegen und Schweden bei etwa 60%).

Um die Berührungsängste der Bevölkerung als erstem Glied der Rettungskette zu verringern und das Wissen um Laienreanimationsmaßnahmen zu verbessern, findet im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ nunmehr zum fünften Mal am Samstag, den 21.9.2019 ab 10:00 Uhr auf dem Marktplatz ein Aktionstag „Ein Leben retten – 100 pro Reanimation“ statt. Die Bereitschaften des DRK-Kreisverbandes Bad Mergentheim stellen diese Veranstaltung auf die Beine.  Erneut beteiligen sich auch der Schulsanitätsdienst des Deutschorden-Gymnasiums sowie das Jugendrotkreuz aktiv an der Veranstaltung. So leiten Jugendliche und Kinder Gleichaltrige in korrekter Herz-Lungen-Wiederbelebung an einer altersgerechten Puppe an.

Einmal mehr sollen Jung und Alt an den Simulationspuppen geschult werden und Berührungsängste abgebaut werden. Gerade solche praktischen Trainingsmaßnahmen können die Erfolgsaussichten einer Wiederbelebung verbessern: eine optimale Laienreanimation kann die Überlebensrate verdoppeln bis verdreifachen.  Jede/r kann helfen!

Vitamin-D-Mangel – mit einer Fehlinterpretation auf dem Weg zur Überdiagnose

Schenkt man den Populärmedien Glauben sieht es mit unserer Gesundheit schlecht aus: „Mindestens 60 Prozent der Deutschen bekommen zu wenig Vitamin D und riskieren damit viele Krankheiten (…)“, schreibt der Focus in fetten Lettern. Die Basisdaten, die zu dieser Erkenntnis führen stammen u.a. vom renommierten Robert-Koch-Institut: in der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS 1) [1] wurde bei fast 7.000 Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren der Vitamin-D-Spiegel bestimmt – sicher also eine gute und repräsentative Grundgesamtheit.


Nach dieser Aufstellung liegen also 56% der Erwachsenen im Bereich einer „mangelhaften und suboptimalen“ Versorgung – warum ist dann überhaupt Kritik und Zweifel an solchen Meldungen in den Medien gerechtfertigt?

Das Grundproblem bei Angaben zum Nährstoffbedarf ist tatsächlich der schwierige Weg zur Ermittlung eines Referenzbereiches. Für ein Verständnis des Sachverhaltes ist die Kenntnis der international gültigen Definition von Referenzwerten für Nahrungsbestandteile notwendig [2]:

  • Estimated Average Requirement (EAR): die tägliche Zufuhrmenge (oder der dazu korrelierende Serumspiegel), die ausreicht, um den Bedarf von 50% der gesunden Personen zu decken
  • Recommended Dietary Allowance (RDA): tägliche Zufuhrmenge (oder der dazu korrelierende Serumspiegel), die ausreicht, um den Bedarf von 97,5% der gesunden Personen einer definierten Bevölkerungsgruppe zu decken (= EAR + 2 x Standardabweichung)
  • Upper tolerable intake level: höchste tägliche Zufuhrmenge eines Nahrungsbestandteils, die (wahrscheinlich) keinen gesundheitlich nachteiligen Einfluss hat 
  • im Falle von Vitamin D haben EAR und RDA eine fehlende oder allenfalls minimale Sonnenexposition als Grundlage

Konkret für Vitamin D sehen diese Referenzwerte somit folgendermaßen aus [3]:

Der oben bereits erwähnte riesige Anteil an Vitamin-D-unterversorgten Deutschen basiert also auf einer Unterschreitung der RDA – und genau das ist der Knackpunkt: es handelt sich schlicht um eine Fehlinterpretation der Grenzwerte, die RDA wird fälschlich als „Cut-off-Wert“ gewertet, der alle Menschen, deren Vitamin-D-Spiegel sich darunter bewegt automatisch einer Mangelgruppe zuweist. Richtig ist, dass für 97,5% der Bevölkerung ein Serumspiegel analog zur RDA von maximal 20ng/ml oder weniger ausreichend für eine gesunde Lebensweise ist. 20ng/ml beschreibt also das oberste Ende des Bedarfsspektrums. Anders formuliert: nur 2,5% der Bevölkerung hat einen Nährstoffbedarf mit einem Zielspiegel von mehr als 20ng/ml! Betrachtet man die EAR wird die Absurdität der heute gebräuchlichen Einteilung des Vitamin-D-Mangels noch deutlicher: 50% der Menschen kommen mit einer Vitamin-D-Zufuhr aus, die zu einem Serumspiegel von maximal 16ng/ml oder darunter führt – nur die Hälfte der Bevölkerung benötigt also überhaupt Serumspiegel von über 16ng/ml für eine Vermeidung eines erhöhten Osteoporoserisikos.

Problematisch kann die leider übliche Verschiebung der Serumspiegel dabei durchaus auch werden: das Upper Tolerable Intake Level wird von nicht wenigen Menschen überschritten, die versuchen den vermeintlich optimalen Zielspiegel zu erreichen: so wird dann die gutgemeinte Prophylaxe zur gesundheitlichen Gefahr, die bei zu hoher Vitamin-D-Zufuhr zweifelsohne vorhanden ist.

Die beiden folgenden Diagramm verdeutlichen hier nochmals die Fehlinterpretation anhand einer Verteilungskurve [nach 4]:


Insgesamt lassen diese Ausführungen die Horrorszenarien zum bundesweiten Nährstoffmangel doch in anderem Licht erscheinen. In neutrale und objektive Informationen dürfen wir hier indes wenig Hoffnung setzen, bestehen doch mannigfaltige Interessenkonflikte da mit Nahrungsergänzungsmitteln jährlich über eine Milliarde Euro in Deutschland umgesetzt wird. Weiter dürfte es dem durchschnittlichen Redakteur der Laienpresse schwerfallen, selbst eine Recherche bezüglich solcher Daten anzustellen und die Meldungen zu hinterfragen – letztlich schreibt hier nicht selten Einer vom Anderen ab und trägt so zur Verbreitung der fehlerhaften Information bei.

 

Quellen:
[1] https://www.degs-studie.de
[2] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK45182/
[3] Institute of Medicine. Dietary reference intakes: calcium and vitamin D. Washington, DC: National Academies Press, 2011
[4] Manson JE et al: Vitamin D Deficiency — Is There Really a Pandemic? N Engl J Med 375;19:1817-1820

Lehrpraxis aktuell – Studierende in unserer Praxis

Herr Michael Landwehr ist Student der Humanmedizin an der Universität Erlangen und wird in der Zeit vom 26.8. bis zum 24.9.2019 in unserer Praxis eine Famulatur ableisten.

Im Rahmen der klinischen Semester absolvieren die Studierenden unterschiedliche Famulaturen in Kliniken und Arztpraxen, um so über die Theorie hinaus auch praktische Erfahrungen sammeln zu können.

Herr Landwehr studiert im 6. Semester und hat bereits viele theoretische Inhalte erarbeitet. Durch seine Verwurzelung in der Region und Interesse für die hausärztliche Medizin im eher ländlich geprägten Umfeld erwuchs der Entschluss, in unserer Praxis für 4 Wochen mitzuarbeiten.
Als akademische Lehrpraxis sind auch wir mit der Ausbildung von jungen Medizinern beauftragt. Entsprechend möchten wir Herrn Landwehr möglichst gut in unsere Praxisabläufe integrieren (Patientengespräche, Untersuchungen, etc.). Sollten Sie als Patient nicht mit der Gegenwart des Kollegen einverstanden sein, teilen Sie dies bitte unserem Helferteam oder den Ärzten mit.

Selbstverständlich unterliegt Herr Landwehr genauso wie wir der ärztlichen Schweigepflicht. Wir bitten Sie also unserem Kollegen das gleiche Vertrauen wie auch uns entgegenzubringen.

TSVG verabschiedet – nicht viel Gutes für unsere Patienten!

Nun wird das Gesetz mit dem sperrigen Namen also umgesetzt. Nach außen wurden lange genug in gewohnt populistischer Natur durch Herrn Bundesminister Spahn die Vorzüge für die Bevölkerung präsentiert: Endlich soll die ach so arbeitsunwillige Ärzteschaft mal mehr arbeiten, sollen Patienten Wunschtermine bei Spezialisten und Hausärzten durch eine 24/7 besetzte Terminservicestelle (also auch in der tiefen Nacht um 3:00 Uhr) vermittelt bekommen können, sollen auch Hausärzte endlich mal offene Sprechstunden anbieten – schließlich muss doch jeder dann zum Arzt gehen können, wann ihm gerade danach ist, Termine sind da doch nur lästig.
 
Auch für unsere Praxis wird die Umsetzung Folgen haben – positiv für Patienten werden diese sich aber eher nicht auswirken:
 
1. Terminvermittlung durch die Terminservicestelle: wir müssen neben vermittelbaren Akutterminen auch „dauerhafte Behandlungsplätze“ zur Verfügung stellen, die dann durch ein Callcenter an arztsuchende Patienten vermittelt werden. Diese Akuttermine stehen freilich unserem ohnehin schon viel zu großen Patientenstamm nicht mehr zur Verfügung – für „unsere“ Patienten wird es also zwangsläufig schwieriger werden, Termine zu bekommen. Weiter werden wir unsere aktuelle Politik, Patienten ohne einen Hausarzt i.d.R. aufzunehmen (das sind meist neu zugezogene Pflegeheimbewohner, etc.) wohl einschränken: stattdessen müssen wir es dann hinnehmen, Neupatienten vermittelt zu bekommen, die möglicherweise sogar schon einen versorgenden Hausarzt haben, dort aber aus bestimmten Gründen unzufrieden sind.
 
2. Steigerung der Sprechstunden- und Hausbesuchszeit auf 25 Stunden/Woche: Darüber können wir nur müde lächeln. Würden wir uns auf diese Zeitforderung zurückziehen, hätten wir alle deutlich mehr Freizeit und unsere Patienten ein Problem.
 
3. Vermittlung von Facharztterminen soll für Hausärzte vergütet werden: gerade im Rahmen der Hausarztprogramme, insbesondere aber allgemein ist bei durch uns initiierten Vorstellungen bei Spezialisten die Terminvereinbarung eher die Regel als die Ausnahme. Dass jetzt diese Terminvermittlung vergütet werden sollt klingt erstmal gut. Schaut man sich aber die damit verbundenen bürokratischen Anforderungen an, wird das alles schon wieder relativiert: Zusätzliche Abrechnungsscheine müssen im System erstellt, Pseudo-Abrechnungsziffern generiert werden und der annehmende Gebietsarzt muss den Fall ebenso kennzeichnen – ansonsten wird man wohl leer ausgehen. Noch aufwändiger wird das bei durch die Terminservicestelle vermittelten Terminen, da hier neben einem (ggf. weiteren) doppelten Abrechnungsschein auch noch die Zeitspanne zwischen Vermittlungswunsch und Termin vermerkt werden muss. Für diesen bürokratischen Wahnsinn hat unser Team schlicht keine Zeit!