Wir bauen noch bis Ende August um – In unserer Zweigpraxis sind wir für Sie da!

Umfassende Umbaumaßnahmen machen derzeit das Ausweichen auf Ersatzräumlichkeiten notwendig. Sie finden uns derzeit in der 

Boxberger Straße 4

97980 Bad Mergentheim 

(ehemals Praxis Dr. Brix, vormals Dr. Pfeiffer)

Die bekannten Kontaktdaten ändern sich in dieser Zeit nicht. 

Erstmals kontrollierte Studien zu Long-Covid-Symptomen bei Kindern – gleiche Häufigkeit bei Infizierten wie bei der negativen Kontrollgruppe!

Nach wir vor ist die Diskussion in der Öffentlichkeit angeheizt, wenn es um die Impfungen gegen das Coronavirus von Kindern ab 12 Jahren geht. Stets werden gesundheitliche Schäden und Beeinträchtigungen durch das Virus als Argument für eine zeitnahe Durchimpfung der Schüler:innen zu Schilde geführt. Auch zahlreiche Ärzt:innen preschen mit groß angelegten Impfangeboten für den Nachwuchs vor – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Rate vollständig Geimpfter in Baden-Württemberg noch deutlich unter der 50%-Marke steht.
 
Als führendes individualmedizinisches Argument (also als Nutzenbeleg für eine Impfung der Kinder und Jugendlichen) nimmt „Long-Covid“ eine zentrale Stellung ein und dominiert die Berichterstattung und Timelines in den herkömmlichen wie in den sozialen Medien. Bis vor kurzem mangelte es hier an klaren Studiendaten, stellten doch alle Veröffentlichungen eher selektive Betrachtungen von Kleinkollektiven und ohne klinische Kontrollgruppe dar.
 
In der Schweiz wurde hingegen eine u.a. durch das Schweizer Gesundheitsministerium finanzierte Studie aufgelegt, bei der auf die randomisierte (zufällige) Auswahl einer breiten Gruppe von insgesamt 1.355 Kindern und Jugendlichen geachtet wurde, die getestet und dann über 6 Monaten mittels standardisierter Abfragen nachbeobachtet wurden. Die Ergebnisse wurden bereits im Mai als Preprint veröffentlicht, die Publikation im renommierten JAMA steht unmittelbar bevor. Erstmals bekommt man hier eine klare Aussage zur Häufigkeit von Long-Covid-Symptomen bei SARS-Cov2-positiven im Vergleich mit einer Kontrollgruppe aus SARS-CoV2-negativen Kindern.
 
Im Ergebnis verpufft dann so manches Argument für die rasche Durchimpfung der Kinder:
  • bei den seropositiven Kindern litten 9,2% länger als 4 Wochen nach Testung unter mind. einem Symptom (9,7% bei der seronegativen Vergleichsgruppe)
  • bei den seropositiven Kinden litten 3,7% länger als 12 Wochen nach Testung unter mind. einem Symptom (2,8% bei der seronegativen Vergleichsgruppe – statistisch nicht signifikant)
  • Long-Covid-Symptome länger als 12 Wochen nach nachgewiesener Infektion treten bei Kindern insgesamt selten auf (bei 4 von 109 Studienkindern)
Die eher beruhigende Gesamtaussage für die Betrachtung der Schulkindern ist, dass Long-Covid-Symptome bei seropositiven wie bei seronegativen Kindern genauso häufig auftreten!
 
 
Möglicherweise ist hier weniger die schiere Infektion mit SARS-CoV2 für die Symptomlast verantwortlich, als dass die massiven psychosozialen Einflüsse durch die Pandemiemaßnahmen (Lockdown, Homeschooling, fehlende soziale Kontakte, innerfamiliäre Spannungen durch enge Wohnverhältnisse, etc.) ihre Spuren bei den Schüler:innen hinterlassen haben könnte. Passend zu dieser Hypothese erscheint auch das Spektrum der häufigeren Long-Covid-Symptome. So dominieren z.B. Müdigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen oder Kopfschmerzen, die häufig geäußert wurden, auch zu Symptomen, auch bei psychosomatischen Erkrankungen.
 
Quelle: Radtke T et al: Long-term symptoms after SARS-CoV-2 infection in school children: population-based cohort with 6-months follow-up.Preprint. Doi: 10.1101/2021.05.16.21257255 (JAMA-Publikation steht an!)

Wie kommt man an die Covid-19-Impfung?

Viel wird über die nun endlich anlaufenden Impfungen gesprochen. Wie man konkret an einen Termin kommt haben wir hier für Sie zusammengestellt.

Wer ist impfberechtigt?

Diese Information können Sie in der Corona-Schutzverordnung des Bundes nachlesen. 

Wann kann ich mich impfen lassen, muss ich noch warten?

Die Priorisierungsgruppen für die Coronaimpfung finden Sie auf den Seiten der STIKO.
Detaillierte Informationen und Vordrucke für Bescheinigungen finden Sie auf den Seiten des Sozialministeriums Baden-Württemberg

Wie kann ich einen Impftermin vereinbaren?

Vorrangig wird über die Kreis- und Landesimpfzentren geimpft, diese werden auch bezüglich der Impfstoffverteilung priorisiert behandelt. Bringen Sie zum Impftermin bitte unbedingt ein Impfbuch mit! 

Eine Terminvereinbarung im Impfzentrum können Sie vornehmen:

  • telefonisch über die Nummer 116 117 (teils mit erheblichen Wartezeiten am Telefon verbunden)
  • über die Internetadresse www.116117.de
  • über die Internetadresse www.impfterminservice.de

Hausarztpraxen sind nachranging in die Impfstrategie eingebunden, die Zahl der lieferbaren Impfstoffdosen ist begrenzt. Entsprechend müssen wir uns genau so an die Priorisierungseinstufungen halten. Sie können Sich bei unseren MFA auf Impflisten registrieren lassen, sofern Sie älter als 60 Jahre sind oder der Priorisierungsgruppen 2 oder 3 – hohe und erhöhte Priorität – angehören. Aufgrund der stark eingeschränkten Impfoptionen bei uns raten wir dringend auch weiterhin, Terminvereinbarungen im Impfzentrum wahrzunehmen!

Aufklärungsmaterialien

Es ist unerlässlich, sich die Aufklärungsmaterialien VOR dem Impftermin anzusehen und den Patientenbogen bereits auszufüllen. Bitte denken Sie daran, die Bögen für die richtige Impfung (mRNA- oder Vektorimpfstoff) herunterzuladen. Die Unterlagen finden Sie stets aktuell hier:

Robert-Koch-Institut (Aufklärungsmaterial hier nach Impfstoff auswählen)

Astra für alle? Die Entscheidung Jüngerer für diesen Impfstoff sollte wohlüberlegt sein!

Astra unter 60 – geht das?

Eine Covid-19-Impfung mit Vaxzevria® (Astra-Zeneca) wurde mittlerweile unabhängig von jeglicher Priorisierung für Menschen unter 60 Jahren freigegeben.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) bleibt dabei aber weiterhin bei Ihrer Empfehlung, diesen Impfstoff nur für Personen im Alter ≥60 Jahre zu verwenden. Der Einsatz unterhalb dieser Altersgrenze ist indes aber nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch die Patient:innen möglich.

Warum die Altersbeschränkung?

Der Grund dafür liegt in seltenen Fällen von immunologisch vermittelten Thrombosen in Kombination mit Thrombopenien, die nach der Impfung bei wenigen Geimpften aufgetreten sind, begründet. Diese schweren, teilweise tödlich verlaufenden Nebenwirkungen wurden überwiegend bei Frauen im Alter ≤55 Jahren beobachtet, in geringerem Maße waren aber auch Männer und Ältere betroffen.

Sollen sich nun „Jüngere“ damit impfen lassen?

Als unter 60-Jährige:r müssen Sie selbst für sich vor dem Hintergrund eines möglichen persönlichen und/oder gesellschaftlichen Nutzens der Impfung das individuelle Komplikationsrisiko abwägen. Grundsätzlich gilt: je jünger umso höher das Komplikationsrisiko und umso niedriger der individuelle Nutzen einer Impfung mit Vaxzevria®, gemessen an potenziell tödlichen und schwerwiegenden Krankheitsverläufen bei einer Infektion mit SARS-CoV-2.
Die beiden Übersichtsgrafiken stellen das persönliche Komplikationsrisiko dem Nutzen (Covid-Erkrankung mit Todesfällen, Intensivstationsbehandlung) für jede Altersgruppe gegenüber. Ein besonders ungünstiges Verhältnis ergibt sich demnach bei Menschen unter 50 Jahren: hier erscheint der Nutzen einer Impfung nur wenig höher als die Wahrscheinlichkeit einer Komplikation oder letztere überragt gar das Erkrankungsrisiko.

Und was raten Ihre Hausärzt:innen?

Die STIKO spricht hier eine klare Sprache und auch wir stehen hinter deren Aussagen. Entsprechend raten wir von einer Impfung mit Vaxzevria® insbesondere unter 50 Jahren klar ab. Hier erscheint Comirnaty® (BioNTech/Pfizer) oder Moderna® als ein besser geeigneter Impfstoff. Zwischen 50 und 60 Jahren kann, je nach persönlicher Konstellation (Vorgeschichte, Erkrankungen, etc.), durchaus ein individuell vertretbares Risiko vorliegen, dass wir so auch ärztlich bei einer Patient:innenentscheidung gut mittragen können.
 
Letztlich bleibt es aber jede:r Patient:in überlassen, für sich selbst eine Entscheidung für oder gegen eine Impfung mit Vaxzevria® unter 60 Jahren zu fällen. Tun Sie das vernünftig und unter Beachtung der dargestellten Fakten.
 
Datengrundlage der Grafiken:
[1] EMA: Annex to Vaxzevria Art.5.3 – Visual risk contextualisation. EMA/234525/2021

Astra-Zeneca-Zweitimpfung nach vier Wochen – fern jeglichem Sachverstand!

Die Politik macht uns Ärzt:innen immer mehr fassungslos. Schon bisher wirkte das Vorgehen der Regierung in der Pandemie an vielen Stellen planlos und ohne belegbare Begründung. Jetzt hat unser Bundesgesundheitsminister aber offensichtlich jeglichen Sach- und auch gesunden Menschenverstand über Bord geworfen: Hinsichtlich des Impfschemas mit Vaxzevria (Astra-Zeneca) könne nun der Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung innerhalb von vier bis zwölf Wochen individuell festgelegt werden, so Spahn.
Ein Blick in die gängige Literatur gibt Mediziner:innen eine klare Leitschnur: bei einem Abstand der beiden Astra-Impfdosen von 12 Wochen erreicht man eine Effizienz von 81,3% – nur 19 von 100 Geimpften infizieren sich bei Exposition noch mit SARS-CoV-2. Verkürzt man den Abstand auf unter 6 Wochen landet man dagegen bei einer Wirksamkeit von nur noch rund 55% [1].
Warum also diese Entscheidung? Offenbar scheint die bevorstehende Wahl im September hier eine größere Rolle als ein sinnvolles Pandemiemanagement zu spielen: schließlich sollen Wähler:innen ja nicht unzufrieden sein, dass die Zeit für eine vollständige Impfung und damit u.U. die Möglichkeit für einen einfacheren Zugang zu den Urlaubsstränden dieser Welt vor den Sommerferien nicht mehr ausreicht.
Für uns als einer evidenzbasierten Medizin verbundenen Ärzt:innen stellt sich die Frage indes nicht: wir impfen unsere Patient:innen nach bestem medizinischen Wissen und Gewissen – das Impfschema für Vaxzevria ist und bleibt bei 12 Wochen! Hier geht es nicht um Urlaube und Vereinfachungen sondern für den optimalen Schutz des Individuums vor einer Infektion. Wer damit unzufrieden ist, muss sich bei uns ja nicht impfen lassen.
Letztlich muss man sich auch die Frage stellen, ob es eine clevere Entscheidung ist, Massen von Touristen mit einem 50:50-Schutz vor einer Coronavirusinfektion in die Touristenzentren der Welt zu schicken. Dieses Vorgehen könnte nach den Sommerferien in Deutschland zu einem durchaus unangenehmen Erwachen führen und, nebenbei bemerkt, ginge die Wertigkeit eines Immunitätsnachweises durch vollständige Impfung auch für den Rest der Bevölkerung gegen Null.
 
[1] Voysey M et al: Single-dose administration and the influence of the timing of the booster dose on immunogenicity and efficacy of ChAdOx1 nCoV-19 (AZD1222) vaccine: a pooled analysis of four randomised trials. Lancet 2020; 397: 881-891